Titel: Xenoblade Chronicles 3
Entwickler: Monolith Soft
Publisher: Nintendo
Erstveröffentlichung: 2022 (Nintendo Switch)
Geplante Veröffentlichung: Nintendo Switch 2 Edition (2026)
Genre: Action-JRPG
Worum geht's?
Xenoblade Chronicles 3 spielt in der Welt Aionios, einem Land, das sich in einem endlosen Krieg befindet. Die beiden Nationen Keves und Agnus kämpfen seit Generationen gegeneinander. Ihre Soldaten werden künstlich erschaffen und leben nur zehn Jahre. Das einzige Ziel ihrer kurzen Existenz ist es, für ihre jeweilige Kolonie zu kämpfen und Lebensenergie für die sogenannten Flammenuhren zu sammeln.
Im Mittelpunkt stehen Noah, Mio, Eunie, Taion, Lanz und Sena – sechs Soldaten beider verfeindeter Nationen, die durch eine Reihe von Ereignissen gezwungen werden, gemeinsam zu reisen. Schnell erkennen sie, dass die Welt, in der sie leben, auf einer gewaltigen Lüge basiert und sie beginnen, den Ursprung dieses ewigen Krieges zu hinterfragen.
Spielerisch vereint Xenoblade Chronicles 3 viele Ideen seiner Vorgänger. Das Kampfsystem kombiniert Elemente aus Xenoblade Chronicles und Xenoblade Chronicles 2, erweitert sie jedoch um neue Mechaniken wie die Ouroboros-Transformation, bei der sich jeweils zwei Charaktere zu einer mächtigen neuen Form verbinden.
Ein weiteres Highlight ist das Klassensystem. Jeder Charakter kann nahezu jede Klasse erlernen und frei mit den Rollen der anderen Gruppenmitglieder kombiniert werden. Dadurch entsteht eine enorme spielerische Freiheit, die zum Experimentieren einlädt.
Die Welt von Aionios ist riesig und steckt voller Geheimnisse, einzigartiger Monster, Nebenquests und optionaler Heldencharaktere. Gerade diese Heldenquests gehören zu den größten Stärken des Spiels, weil sie nicht nur neue Klassen freischalten, sondern vielen Nebenfiguren überraschend viel Persönlichkeit verleihen.
Musikalisch knüpft auch der dritte Teil an das hohe Niveau der Reihe an. Erneut waren unter anderem ACE, Kenji Hiramatsu, Manami Kiyota und Mariam Abounnasr beteiligt. Besonders auffällig ist der Einsatz von Flöten, die nicht nur den Soundtrack prägen, sondern auch eine zentrale Rolle innerhalb der Geschichte spielen. Viele Stücke wirken dadurch gleichzeitig melancholisch und hoffnungsvoll – eine Stimmung, die perfekt zum gesamten Spiel passt.
Inhaltlich greift Xenoblade Chronicles 3 viele Themen auf, für die Tetsuya Takahashi und Monolith Soft bekannt sind: Vergänglichkeit, Trauer, Angst vor Veränderung, der Wert eines einzelnen Lebens und die Frage, ob ein schmerzhaftes, aber freies Leben einem ewigen Stillstand vorzuziehen ist. Gerade dadurch wirkt die Geschichte erstaunlich erwachsen und nachdenklich.
Meine Meinung
Nach Xenoblade Chronicles 2 ist dieser Teil mein persönlicher Favorit der Reihe. Und ehrlich gesagt liegen die beiden Spiele bei mir so dicht beieinander, dass sich meine Meinung je nach Tag sogar ändern könnte.
Was mich an Xenoblade Chronicles 3 am meisten begeistert hat, waren seine Figuren. Während Xenoblade 2 für mich den sympathischsten Cast besitzt, hat Xenoblade 3 wahrscheinlich die reifsten Charaktere. Die sechs Hauptfiguren harmonieren unglaublich gut miteinander, ihre Gespräche wirken natürlich und ihre Entwicklung fühlt sich durchweg glaubwürdig an.
Besonders Noah und Mio haben mich sehr berührt. Ihre Beziehung entwickelt sich angenehm langsam und steht nie im Vordergrund, sondern wächst ganz selbstverständlich aus den gemeinsamen Erlebnissen heraus. Das macht viele emotionale Momente für mich umso stärker.
Überhaupt schafft es kaum ein anderes Spiel, ernste Themen so selbstverständlich in seine Handlung einzubauen. Es geht ständig um Leben und Tod, um Abschied, um den Sinn der eigenen Existenz und darum, wie kostbar Zeit eigentlich ist. Trotzdem verliert das Spiel nie die Hoffnung aus den Augen. Genau dieses Zusammenspiel aus Melancholie und Optimismus liebe ich.
Auch spielerisch hatte ich unglaublich viel Spaß. Das Klassensystem hat mich über viele Stunden motiviert, ständig neue Kombinationen auszuprobieren, und die Heldenquests gehören für mich zu den besten Nebenquests, die Monolith Soft je entwickelt hat. Viele davon hätten in anderen Spielen problemlos als Hauptgeschichte funktioniert.
Und dann wäre da natürlich noch der Soundtrack. Ich weiß gar nicht, wie oft ich inzwischen A Step Away, The Weight of Life oder Words That Never Reached You gehört habe. Die Musik trägt einen riesigen Teil dazu bei, warum mir dieses Spiel so lange im Gedächtnis geblieben ist.
Vielleicht hat mich kein anderes Xenoblade so oft nachdenklich zurückgelassen wie dieser Teil. Noch lange nach dem Abspann habe ich über seine Themen und seine Botschaft nachgedacht. Das schaffen nur sehr wenige Spiele.
Auch wenn Xenoblade Chronicles 2 für mich am Ende knapp die Nase vorn hat, gehört Xenoblade Chronicles 3 ohne jede Frage zu meinen absoluten Lieblingsspielen überhaupt. Für mich ist es ein würdiger Abschluss der sogenannten Klaus-Saga und ein Beweis dafür, wie konstant Monolith Soft seit Jahren hochwertige Rollenspiele entwickelt.
Wie hat euch Xenoblade Chronicles 3 gefallen? Konntet ihr mit der eher ernsten und melancholischen Geschichte etwas anfangen? Und wo ordnet ihr den dritten Teil innerhalb der Xenoblade-Reihe ein?